gardasee

Mein Nachbar war zu diesem Zeitpunkt bereits sehr vom Tesla begeistert, während ich noch von der Polestar 2 Probefahrt träumte…

Tesla Model 3 in München

Da wir beide aber noch nie über längere Strecken ein Elektroauto gefahren hatten, wollten wir dies erst einmal Testen. Unter anderem ging es darum folgende Fragen zu beantworten:
Wie oft muss man wirklich laden?
Wie lange müssen die Pausen sein?
Wie reibungslos klappt das Laden?
Wie läuft das in einem anderen Land?
Wie stressfrei fährt man?

Wir haben also den Entschluss gefasst ein Wochenende Richtung Gardasee zu fahren, um Antworten auf diese Fragen zu finden.

Zunächst ging es darum ein entsprechendes Fahrzeug zu finden, das zu einem halbwegs “vernünftigen” Preis für ein Wochenende zu leihen war. Wir sind dann letztlich bei Evo2Drive in München fündig geworden und haben ein Model 3 Performance gemietet.

Im Nachhinein war die größte Herausforderung das Herausfahren aus dem Parkhaus, nachdem uns der Mitarbeiter bei Einweisung erzählt hatte, dass der letzte Mieter schon am ersten Boller hängen geblieben ist. Wir waren dann aber schnell aus der Stadt draußen und auf dem Weg zum Gardasee.

Im Gegenteil zum Polestar hat der Tesla in der Navigation gleich einen Vorschlag für die Ladepausen gemacht. Dies ist auch über Apps, wie den ABetterRoutePlaner möglich, aber wenn das ganze direkt in die Navigation mit eingebaut ist, dann ist das schon großartig. Im Laufe der Zeit wird das Google sicher in die Routenplanung integrieren, aber Stand heute/damals, war das noch nicht der Fall.

Nach der ersten Stunde war dann soweit alles im Auto soweit erkundet, dass man ein erstes Fazit ziehen konnte: Der Innenraum war lange nicht so “billig”, wie man es aufgrund der vielen gehörten Kommentare vermuten lassen konnte. Die Reduktion auf das große Display und 2 Hebel am Lenkrad war ungewohnt, aber okay.

Unschön war, dass uns während der ganzen Zeit die Lüftung direkt ins Gesicht geblasen hatte. Hätten wir einfach mal gegoogelt, dann hätten wir herausgefunden, dass man den Luftstrom über Touch am Display einstellen kann. Wer hätte das gedacht… wir hatten einfach nach Hebeln gesucht.

Den ersten Ladestopp machten wir bei Kufstein an einem Supercharger. Als wir ankamen, war kein anderes Auto am Laden. Wir waren überrascht, dass das Navigationssystem auf eine Lounge aufmerksam machte, die sich nur ein paar Meter, vom Supercharger entfernt war. Also Stecker rein und schnell zur Lounge, denn es hatte angefangen zu regnen. Über einen Pin Code sind wir in die Lounge gekommen und hatten uns auf zumindest einen kühles Getränk aus dem Automaten gefreut. Leider konnte man dort nur mit Münzen(!!!???) zahlen und somit verblieb uns der kühle Trink verwehrt.

Automat mit Münzen

Wir legten noch einen weiteren Ladestopp nach dem Brenner ein, da wir nicht wussten, wie die Ladeinfrastruktur direkt beim Hotel war und wir nicht mit nur wenigen Prozent ankommen wollten. Die Fahrt verlief sehr entspannt und auch der erste Schnee auf dem Brenner konnte dies nicht ändern.

Brenner mit schnee

Am Hotel selbst gab es keine Lademöglichkeit, aber sagte uns, das man über eine Ladekarte, die man beim Touristenbüro bekommt, im Dorf kostenfrei laden kann. Wir haben dann am nächsten morgen das Frühstück dort eingenommen und dabei kostenfrei das Auto geladen. Wir wurden aber auch gewarnt, dass wir nicht länger als das Laden dauert dort stehen dürfen, da man sonst abgeschleppt wird.

Die Ladesäule hatte leider nur 11KW, so dass das Laden nur sehr langsam ging. Mit 40% Ladung sind wir dann los und haben eine Tour um den Gardasee gemacht. Gefühlt ist während des ganzen Tages die Batterie am Ende mehr geladen gewesen, als wie wir losgefahren sind. Der Weg durch die vielen Dörfer hat uns kaum Batteriekapazität gekostet.

Am Sonntag sind wir dann mit zwei Ladestopps zurück in Richtung München gestartet. Nach der Deutschen Grenze haben wir dann dank genug Restreichweite auch da, wo es am Sonntag Nachmittag ging, das Model 3 Performance wieder ausfahren. Uns ist dabei aufgefallen, dass man zum zwar in Deutschland lange nicht mehr über größere Strecken schnell fahren kann, aber auf der anderen Seite muss man mit dem Elektroauto nicht nur mit 120 km/h auf der rechten Spur fahren.

Tesla Model 3

In Summe ist das Tesla Model 3 ein tolles Auto! Und nach dem Tripp fing an die Euphorie für den Polestar 2 zu bröckeln.

Von admin